green chilies präsentiert: CINEPHIL:KOREA

 

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Im westlichen Ausland finden Regisseure wie Kim Ki-duk oder Park Chan-wook seit mehreren Jahren Beachtung. Während sich in Südkorea die Filmvorlieben des einheimischen Publikums häufig auf melodramatische Romanzen, Mysterythriller oder Heldengeschichten konzentrieren, zeigt der Westen eher Interesse an den düsteren und abgründigen Geschichten koreanischer Filmemacher. Gewalt, Trostlosigkeit, Fremdbestimmung und Ohnmacht als zentrale Themen in einem Körperbetonten Kino, das wie in den meisten asiatischen Filmländern einer von Europa unterschiedenen Disziplinierung des Körpers folgt. Provokant, aggressiv und nicht selten mit ironischem Sadismus beschwören die Filmemacher eine lieblose Gesellschaft herauf, die noch an alten Wunden – die Besatzung der Japaner Anfang des vergangenen Jahrhunderts, Bürgerkriegswirren in der Auseinandersetzung mit Nordkorea und eine durch Militärdiktaturen erschwerte, weshalb erst spät ermöglichte Demokratisierung des Staates – trägt. Darüber hinaus hält die streng hierarchisch geordnete, patriarchale Gesellschaft die Gewalt akzeptierenden Räume aufrecht. Die für den westlichen Blick ausnehmend radikalen Körperinszenierungen finden sich außerdem im Leitmotiv Ernährung wieder. Nicht selten dokumentiert dabei die Kamera, untermalt von geräuschvoller Klangkulisse, nicht nur die Nahrungsaufnahme und deren Abgabe, sondern beschwört eine für den asiatischen Raum noch sehr typische rituelle Speisegemeinschaft herauf. Damit kontrastiert sie die Basisthemen Isolation und fehlende Fürsorge, die den sozialkritischen Geschichten vornehmlich als narrative Triebfedern dienen.

Nach dem Erfolg der japanischen Filmreihe Spirited Away 1 und 2 zeigen wir in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea und dem Babylon Mitte vom 7.11.-20.12.07 koreanische Filmhighlights aus den letzten 40 Jahren. Bereichert durch ein Kurzfilmprogramm und die verschiedenen Spielorte mit ihrem jeweiligen unterschiedlichen Charme möchten wir den Filmfokus Asien um die vielfältige und überaus kreative Filmlandschaft Koreas ergänzen. Klassiker wie The Coachman, der als erster koreanischer Film den Silbernen Bären gewann, sind ebenso im Programm wie die großartige Literaturverfilmung Twisted Hero, der groteske Mysterythriller 301 302 oder auch die Trashkomödie Save the Green Planet und viele weitere nicht nur filmästhetisch sehenswerte Filme. Das Programm auf den Websites unten und wie immer wöchentlich hier. Viel Spaß mit Cinephil:Korea!

Der Eintritt ist frei. Ihr zahlt so viel, wie euch die Filme wert sind.

Termine in der Botschaft (Lützowufer 26, 10787 Bln): http://germany.korean-culture.org/index.jsp

Termine im Babylon Mitte (Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Bln): www.babylonberlin.de

ERÖFFNUNGSFILME

7.11.07 20h Botschaft: SAVE THE GREEN PLANET/ Jigureul jikyeora! (2003 R.: CHANG Jun-hwan D.: SHIN Hakyun, BAEK Yun-shik, HWANG Jeong-min 118 Minuten, OenglU.)

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Keine Macht den Andromedanern. Byun-gu glaubt an die Bedrohung der Erde durch eine Invasion Außerirdischer. Um sie aufzuhalten, entführt er den Leiter eines Chemielabors, den er für ihren Anführer hält… Ein Feuerwerk des Genremixes, das von Trashkomödie bis Horror reicht und voller Überraschungen steckt. Aber Vorsicht: diese einfallsreiche, schwarze und zynisch-sadistische Gesellschaftssatire ist nichts für schwache Nerven!

8.11.07 22h Babylon: 301 302 (1995 R.: PARK Chul-soo D.: BANG Eun-jin, HWANG Sin-Hae, PARK Chul-ho, 101 Minuten, OmdtU.)

Zwei Frauen, zwei Apartments, zwei Küchen. Beide verbindet ein Problem: ihr zerstörerisches Verhältnis zum Essen. Während die magersüchtige Schriftstellerin aus 302 sich dem Leben völlig verweigert, befriedigt Song-hee aus 301 ihren Lebenshunger mit obsessiver Koch- und Liebeskunst. Dazu serviert sie ihrem Ex-Mann auch schon mal den eigenen Hund oder ihrer Nachbarin appetitlich Unappetitliches. Ein abgründig grotesker Mysterythriller über die Erotik und den Ekel der Nahrungsaufnahme und die Unverdaulichkeit des Lebens.

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